Beim Bausparen gilt das Solidarprinzip: Viele Sparer zahlen in einen Topf. Wer „zugeteilt“ ist, kann das angesparte Kapital plus Zinsen plus Darlehen entnehmen. Bausparen gibt es in Deutschland schon seit dem 19. Jahrhundert. Damals taten sich Arbeiter und Angestellte zusammen, um gemeinsam den Traum von einer Immobilie zu realisieren. Sie erkannten: Wenn von 20 Bauwilligen jeder einzeln 20 Jahre lang Geld anlegte, könnten alle erst am Ende dieser Sparphase bauen. Wenn dagegen alle in einen Topf einzahlen, kann der erste bereits nach einem Jahr anfangen. Die durchschnittliche Wartezeit für alle reduziert sich auf 10,5 Jahre. Seit der Urzeit der Bausparkassen hat sich wenig am Prinzip geändert. Ein Bausparvertrag besteht auch heute grundsätzlich aus vier Phasen.
Der Abschluss
In der Abschlussphase entscheidet sich ein Kunde für eine Bausparsumme und einen Bauspartarif. Seine Entscheidung hängt entscheidend davon ab, welche monatlichen Sparraten er aufbringen kann, welche Flexibilität er benötigt und wann er das Geld voraussichtlich braucht. Das zentrale Charakteristikum des Bausparens: Schon beim Abschluss wird die Guthabenverzinsung für die gesamte Laufzeit festgelegt – und bei fast allen Kassen auch die Kreditverzinsung, die bei der Rückzahlung des Bauspardarlehens fällig wird. Das gibt Zinssicherheit auf Jahrzehnte im Voraus.
Das Ansparen
In der Ansparphase zahlen Bausparer regelmäßig in ihren Sparplan ein. Hierbei können Sparer in Abhängigkeit vom Jahressteuereinkommen stattliche Förderungen in Form einer Arbeitnehmersparzulage und/oder Wohnungsbauprämie erhalten.
Einmalzahlungen und Sonderzahlungen beschleunigen das Erreichen des Sparziels. Die Sparbeiträge werden verzinst. Je nach Tarif müssen im Regelfall 25 bis 50 Prozent der Bausparsumme angespart werden. Bei einem Vertrag über 50 000 Euro muss der Bausparer also 12.500 bis 25 000 Euro aufbringen.
Die Zuteilung
In der Zuteilungsphase warten Bausparer auf die Auszahlung des Bauspardarlehens. Grund: Es dürfen nicht mehr Darlehen ausgezahlt werden, als Geld im Guthabentopf ist. Wenn Bausparer das Mindestguthaben erreicht und weitere Tarif bezogene Kriterien, wie die Bewertungszahl erfüllt haben, wird der Vertrag zugeteilt. Bei einem 40-Prozent-Vertrag und 20 000 Euro Ansparsumme erhält der Bausparer 50 000 Euro, davon 30 000 Euro als Darlehen.
Das Darlehen
In der Darlehensphase wird das Bauspardarlehen wie ein Hypothekendarlehen einer Bank getilgt. Die Rate setzt sich aus dem bei Vertragsabschluss festgelegten Zins und der Tilgung zusammen. Die Tilgungsrate (Zins plus Tilgung) beim Bausparen wird meist in Promille der Bausparsumme, nicht des Bauspardarlehens in Tarifbestimmungen festgelegt. Die Belastung ist deutlich höher als bei einem Bankkredit, weil Bauspardarlehen deutlich schneller getilgt werden müssen als klassische Hypothekendarlehen
Bausparen / Modernisierungs-DarlehenDer „Sparer“
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Der „Finanzierer“
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Der „Unentschlossene“
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Kinder und Jugendliche
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Mit der Arbeitgebersparzulage fördert der Staat den Vermögensaufbau von Arbeitnehmern. Sie ist eine staatliche Subvention für vermögenswirksame Leistungen. Das sind Geldleistungen, die vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer angelegt werden. Jedoch nicht jeder Arbeitnehmer, der vermögenswirksame Leistungen erhält, hat Anspruch auf die staatliche Förderung. Es dürfen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.
Die Arbeitnehmersparzulage wird nicht jährlich ausgezahlt. Erst nach Ablauf der Bindungsfrist (siebenjährige Sperrfrist) zahlt der Staat die Zulage in den Vertrag der vermögenswirksamen Leistungen ein.
Nach Ablauf dieser Bindungsfrist kann man entscheiden, wie das angesammelte Kapital verwenden werden soll. Innerhalb der Bindungsfrist muss das Arbeitnehmersparzulage-geförderte Kapital für wohnwirtschaftliche Aktivitäten, z. B. Bau oder Umbau eines Hauses, eingesetzt werden. Wenn der Vertrag der vermögenswirksamen Leistungen vorzeitig kündigen wird, verliert man die Arbeitnehmersparzulage aber nicht die vermögenswirksamen Leistungen.
Alleinstehende |
Verheiratete |
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Höhe der Förderung | 9 % p.a. | 9 % p.a. |
Maximale Arbeitnehmersparzulage | 43 EUR | 86 EUR |
Maximal geförderte Sparbeiträge | 470 EUR | 940 EUR |
zu versteuerndes Einkommen² | unter 17.900 EUR | unter 35.800 EUR |
Beantragung:
Eine Arbeitnehmersparzulage für Bausparen wird im Rahmen der Steuererklärung beantragt. Die dafür notwendige Bescheinigung wird jährlich von der Bausparkasse an den Bausparer versandt.
Die Wohnungsbauprämie erhalten alle Bausparer, die mindestens 16 Jahre alt sind, den Bausparvertrag mindestens mit 50 EUR jährlich besparen und ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben ( uneingeschränkte Steuerpflicht im Inland). Ebenso wie bei der Arbeitnehmersparzulage darf das zu versteuernde Einkommen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.
Auch für den Erhalt der Wohnungsbauprämie gilt eine 7jährige Vertragslaufzeit (Sperrfrist). Das Ansparguthaben muss für die Finanzierung von wirtschaftlichen Anschaffungen verwendet werden. Zur freien Verfügung steht das Guthaben nach sieben Jahren nur, wenn der Vertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde oder der Bausparer nicht älter als 25 Jahre ist. Von dieser Regelung kann jeder Bausparer einmal Gebrauch machen.
Alleinstehende |
Verheiratete |
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Höhe der Förderung | 8,8 % p.a. | 8,8 % p.a. |
Maximale Wohnungsbauprämie | 45,06 EUR | 90,11 EUR |
Maximal geförderte Sparbeiträge | 512 EUR | 1.024 EUR |
zu versteuerndes Einkommen² | unter 25.600 EUR | unter 51.200 EUR |
Beantragung:
Der Wohnungsbauprämien-Antrag schickt die Bausparkasse zusammen mit den Unterlagen zum Jahreskontoauszug. Dieser muss vollständig ausgefüllt und unterschrieben an die Bausparkasse zurgeschickt werden und wird dann von dort aus an das zuständige Finanzamt weitergeleitet. Über die Gewährung der Wohnungsbauprämie entscheidet ausschließlich das Finanzamt.
Sie benötigen für die Modernisierung ihrer Immobilie ein Darlehen von max. 30.000 EUR, das Grundbuch ist jedoch noch hoch belastet und Sie möchten einen unkomplizierten Beantragungsweg?
Dann ist ein Modernisierungsdarlehen ohne Grundbucheintragung eine optimale Finanzierungsform.
Banken bieten Kleindarlehen für die Modernisierung oft nur als teure Nachrangdarlehen-Variante oder als Konsumentenkredit an - meist zu hohen Zinssätzen, mit kurzen Laufzeiten und hoher Belastung (z.B. Laufzeit 72 Monate zu einem Effektivzins von 7 - 8 % p.a.).
Der Kunde nimmt ein Bausparvorausdarlehen auf und spart gleichzeitig einen Bausparvertrag an. Der Bausparantrag wird nach 5-8 Jahren zugeteilt und das Vorausdarlehen abgelöst. Die monatlich Belastung soll über die gesamte Darlehenslaufzeit (Vorausdarlehen und Bauspardarlehen) annähernd gleich sein.
Konditionsvergleich
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Alte Leipziger |
BHW |
Deutscher Ring |
Darlehenssumme | 30.000 EUR | 30.000 EUR | 30.000 EUR |
Vorausdarlehen | 2,99 %/3,78% eff.*¹ | 3,74 %/3,97 % eff. *² | 3,99 %/4,57 % eff. *³ |
Bausspardarlehen | 2,50 %/2,84 % eff. | 2,35 %//3,01 % eff. | 3,25 %/3,76 % eff. |
Rate bis zur Zuteilung | 213,05 EUR | 300,00 EUR | 216,75 EUR |
Rate nach Zuteilung | 213,05 EUR | 300,00 EUR | 183,00 EUR |
Gesamtlaufzeit | ca. 15 Jahre, 5 Monate | ca. 11 Jahre, 0 Monate | ca. 18 Jahre, 3 Monate |
Abschlußkosten |
0,50 % der Darlehenssumme plus Bauspargebühr 0,90% (1,0 AG)/ 1,60% (1,6 AG) |
1,20 % der Darlehenssumme plus Bauspargebühr 1,40% |
1,00 % der Darlehenssumme plus Bauspargebühr 1,40% |
Fazit | guter Gesamtmix aus Zinsen und Belastung | guter Zinsmix, hohe Belastung | hoher Zins,niedrige Belastung |
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